Liebe Leserinnen, lieber Leser,
ich habe neulich meinen Locher gesucht. Ich konnte ihn nirgends finden. Ich beschloss dann, mir einen neuen Locher zu besorgen. Mit einer Kollegin habe ich unser Büromateriallager durchsucht. Leider konnten wir dort auch keinen Locher finden. Irgendwann habe ich aufgegeben und mir einen Locher von einem anderen Schreibtisch „geborgt". Bei uns im Büro ist der Umgang verhältnismäßig locker. Unterm Strich war ich fast eine halbe Stunde mit völlig sinnloser Tätigkeit beschäftigt. Und meine Kollegin auch.
Wussten Sie, dass ca. 30% der täglichen Arbeitszeit in Verwaltungsprozessen verschwendet wird?
Wiederholt konnte das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA diese erschreckende Quote wissenschaftlich ermitteln. Wenn unsere Industrie- und Produktionsprozesse ähnlich schlecht wie unsere Verwaltungsabläufe organisiert wären, hätte unsere Wirtschaft aktuell noch größere Probleme.
Das kommunale Wohnungsunternehmen der Stadt Potsdam, die PRO POTSDAM GmbH, hat einen papierlosen Schreibtisch eingeführt. In den Büros gibt es keine Aktenschränke mehr, stattdessen verfügt jeder Arbeitsplatz nun über zwei große Monitore. Alle Bearbeitungsvorgänge rund um die neue „elektronische Mietvertragsakte (eMVA)" laufen nun über diesen papierlosen Schreibtisch. Ob dort noch jemand seinen Locher suchen muss?
Es gibt es also, das „schlanke Büro". Ein „Aktenprojekt" haben schon viele Unternehmen gemacht. Die tatsächlichen Effekte haben jedoch nicht Wenige der Verantwortlichen enttäuscht.
Offensichtlich geht es um mehr, als eine reine IT-Lösung. Es geht um andere Prozesse, um eine neue Ganzheitlichkeit, bei der die IT nur noch ein verbindendes Element ist. Es ist schön, wenn dieser Mut zur Veränderung mit Erfolg belohnt wird!
Informieren Sie sich auch in dieser Ausgabe wie gewohnt über die aktuellen immobilienwirtschaftlichen Themen der Informationstechnologie.
Ich freue mich auf Ihre Meinung. Schreiben Sie mir!
Ihr Jens Kramer
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